Polenfahrt 2018

Auf Vollgepäcktour durch Süd-Ostpolen mit dem Kajak. 

Die Pfingstausfahrt 2018 auf San und Weichsel.

 

 Wieder einmal war es soweit und die große Pfingstausfahrt stand vor der Tür. Sorgfältigst vorbereitet durch unseren Wanderwart Helmut Klein und unserem Vereinsmitglied Robert K., nahmen 8 Teilnehmer die Herausforderung dieser Vollgepäcktour an.
Zur Vorbereitung für die 508 Flußkilometer lange Tour diente unter anderem die im Mai von Frank L. geführte 4-Tagestour auf dem Neckar von Marbach nach Heidelberg.
Die Durchführung konnte jedoch nicht ganz so optimal gestaltet werden, da zum Beispiel der Einsatz eines Zweier-Kajaks, um evtl. verletzte oder erkrankte Mitpaddler an das nächste Ziel zu bringen, aufgrund des aktuellen Pegels und der Flußbeschaffenheit leider nicht möglich war.
Da es auch kein Begleitfahrzeug gab, mußten die Einer-Kajaks mit allem, was zum Paddeln, Kochen und Übernachten erforderlich war, beladen werden.

Gestartet wurde in der Stadt Sanok. Dieser Ort hat sogar 2 Partnerstädte in Deutschland, worauf die Bürger der Stadt sehr stolz sind.
Hier wurden wir herzlichst von Hr. Leszek Tomaszkiewicz (Fremdenführer der Kultur und Förderungsabteilung) empfangen, der uns anschließend eine sehr informative Führung durch das Dorf-Museum, in dem die Volksbauweisen dargestellt waren, gab. Er bot sich auch an, während unseres Polen-Aufenthaltes für uns erreichbar zu sein.
Ihm verdankten wir auch, daß unsere 3 PKW`s und der Transportanhänger sicher auf einem Gelände untergebracht werden konnten.
An diesem Tag fand in Sanok zufällig auch der internationale Dog Race Day mit ca. 200 Teilnehmern (Läufer und Hund) statt.
Dann begannen wir dort die Bootstour auf dem mit 444 km sechstlängsten Fluß Polens, dem San.
Während der ganzen Ausfahrt galt es sehr achtsam zu sein, denn im Flußbett des San z.B liegen sehr viele große Steine.  Darüber hinaus musste an den Wehren die Fahrbarkeit vorher zu Fuß erkundet werden. Zu Beginn in diesem sehr naturnahem Bereich begleiteten uns viele Störche, darunter sogar eine Seltenheit, ein schwarzer. Fischadler und Biber waren allerdings nur spärlich auszumachen. Der Fluß und die angrenzende Landschaft machten einen überwiegend sauberen Eindruck. Das dies Süd-Ostpolen ist, kam uns zu Bewußtsein, als wir an einer Stelle der Tour (Medyka) nur einen guten Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt paddelten.

Ca. jeden 2.-3. Tag galt es, Essens- und Getränke-Vorräte einzukaufen, wobei uns die Tourenplanung und GPS-Geräteeinsatz sehr hilfreich waren, hierbei kamen natürlich als Ausgleich auch die Füße zum Einsatz.
Aber, falls möglich, wurde auch landesüblich gespeist, so z.B. in der imposanten Burg Krasiczyn.

Bei Km 279 mündete der San in die Wisla (Weichsel), auf diesem Abschnitt waren 6 der Teilnehmer schon vor 9 Jahren gewesen. Hier änderte sich das Landschaftsbild, anstatt der Steine gab es jetzt Sand und Sandbänke, die manchmal erst kurz vor oder unter dem Boot auftauchten.
Ab da kreuzten dann auch hin und wieder Fähren den Weg. Bei dem Kraftwerk, bei dem man damals ohne Hindernisse vorbei paddeln konnte, war diesmal aber eine genaue Betrachtung der Durchfahrtmöglichkeit von Land aus dringendst geboten.
Zudem waren manche Ausstiege zum Zeltaufbau sehr mühsam und die mitgebrachten Tragegurte für die Kajaks kamen oft zum Einsatz.
Für den Ort Kazimierz Dolny gönnten wir uns einen Besichtigungstag, hier wurde seit den letzten 9 Jahren viel für den Tourismus gebaut, zu unserem Glück auch eine Anlegerampe zum kleinen Campingplatz am Hafen.
 
Da wir mit dem Wetter Glück hatten, kamen wir bereits nach 16 statt der 18 veranschlagten Paddeltagen am Ziel in Gòra Kalwaria (südlich von Warschau) an. Die Einfahrt zu dem sehr kleinen Angelhafen musste genau erkundet werden, er war nämlich sehr versandet und modrig.
Hier wurden dann unsere Boote ausgeladen. Am nächsten Tag fuhren unsere Fahrer mit dem Taxi zum Startpunkt der Tour. 355 km Straße und 7 Stunden Fahrzeit. Alle Fahrzeuge waren unversehrt. Im Anschluß an unserer Rückfahrt nach Sanok wurde Hr. Tomaszkiewicz beim gemeinsamen Abendessen genauestens informiert. Auch über den Hinweis einer lebensgefährlichen Bootsgasse war er sehr dankbar. Hier baute man z.B. eine Fischtreppe und ergänzte am Rand gutgemeint die Bootsgasse. Diese wurde am Ende allerdings mit 3 Betonsäulen versehen und war daher bei starkem Wasserdruck unfahrbar.
 
Die dann anstehende Heimfahrt wurde an den 2 folgenden Tagen gut bewältigt.

Vielen Dank an die Teilnehmer Helmut und seiner Ehefrau Barbara, Robert, Heidrun, Jürgen, Uwe, Frank und Angelika für die harmonische verlaufene Ausfahrt, bei der die Kameradschaft sehr gut funktionierte. Der Dank dieser Teilnehmer gilt allerdings vor allem den Beteiligten vor Ort in Polen.

Mit kameradschaftlichen Grüßen und der Freude auf weitere schöne, erlebnisreiche Ausfahrten
Angelika Schröder
 
Kanu-Club Marbach e.V.

  • 00A
  • 00D
  • 01
  • 02
  • 03
  • 04
  • 05
  • 06
  • 07
  • 08
  • 09
  • 10
  • 12
  • 13

Simple Image Gallery Extended