Bregi-Ablass 2014 und mehr ..

Jawohl, unsere Wildwasser-Freaks waren natürlich zum Bregi-Ablass!  Aber nicht nur auf der Bregenzer Ache, nein dies lange Wochenende wurde natürlich auch für die "angrenzenden" Bäche mit ausreichendem Wasserstand genutzt! Hier der Bericht ...

 Die Tradition wahrend besuchten 7 Mitglieder und Freunde des Kanu-Clubs Marbach den Wasserablass auf der Bregenzer Ache. Jedes Jahr zu Fronleichnam öffnet das Kraftwerk in Andelsbuch seine Schleusen. Dies ist ein besonderer  Tag für viele Paddler, da die sonst stark regulierte Ache nur nach heftigen Regenfällen oder in der Schneeschmelze genug Wasser führt um sie vernünftig paddeln zu können.
Die Fahrt an den Stützpunkt, das High-5 Outdoor Zentrum am alten Bahnhof von Lingenau, mitten im Vorarlberger Land, brachten wir schon am Mittwoch-Abend/-Nacht hinter uns.
Am Tage des Ablasses hat man noch genug Zeit Fahrgemeinschaften zu bilden und noch über die prognostizierte Ablassmenge zu diskutieren. Diese war dieses Jahr, dank der letzten lang anhaltenden Trockenphase leider geringer als in den Jahren zuvor.
Dem Spass hat dies aber keinen Abbruch getan. Pünktlich 11.30 Uhr stieg der Pegel langsam an und die Paddler gingen  auf das Wasser, um sich wie die Lemminge die Ache fast schon „hinabzustürzen“. Der Plan, die Ache 2x zu fahren war auch relativ bald verworfen, da es an vielen Stellen doch zu wenig Wasser war. Darum hielt man sich lieber an den schönen Stellen ein wenig zum spielen auf.
Nach der markanten Stelle, dem Andelsbucher Schrägwehr, siehe Fotos, und noch ein paar weiteren kniffligeren Schwällen erreichte man nach insgesamt 8 gepaddelten Kilometern wieder das High-5 Outdoor Zentrum.
Nun flott das Auto wieder umgesetzt um danach das hervorragende Zack-Zack, Schnitzelweck mit Spezialsoß vom Küchenchef bei einem kühlen Freibier zu genießen. So ging es auch bis spät in die Nacht, Bier, Essen, sich mit Paddlern unterhalten, und am Schluss am Lagerfeuer mit Gesang den Tag vollends ausklingen lassen.

Am Freitag, das Wochenende war noch jungfräulich, wurde rasch gepackt. Dann ging es über den Hochtannbergpass und den Arlbergpass rüber in das Tal der Sanna, welche dann auch sogleich in Angriff genommen wurde. Am Einstieg war aber schon klar. So wenig Wasser wie heute war es schon lange nicht mehr. Aber was soll‘s, besser wird’s nicht und wenn man schon mal da ist wird auch Boot gefahren. Zumindest diejenigen, welche nicht mehr mit Hangover des letzten Abend zu kämpfen hatten.  Der gutmütige Charakter der Sanna bei normalem Wasserstand wurde nochmals vereinfacht. Langweilig wurde es trotzdem nicht. Wellen, Walzen, Löcher… Alles noch vorhanden.
Für den Nachmittag war dann geplant, die Imster Schlucht zu fahren. Doch war man sich dann auch relativ rasch einig, den Tag lieber mit der Fahrt zum Campingplatz und gemütlich was zu kochen ausklingen zu lassen.
Doch, das konnte es doch noch nicht gewesen sein. 2 Tage waren wir nun schon in Paddelrevieren unterwegs.. und grade einmal  15 km auf der Uhr? Nur 2x im Boot gesessen? Nein das reicht definitiv nicht. So kam es, dass die 2 jungdynamischen Trainer sich noch für einen Feierabendrun auf die Tösener Strecke des Inn schlugen. Und es hat sich definitiv gelohnt. Kurz nach der Schweizer Grenze wird der Inn zum Teil abgeleitet. Diese Wasser wird erst nach Landeck dem Inn wieder zugeführt. Dies hat zur Folge, dass die Tösener Strecke, sowie die Landecker Strecke meistens sehr wenig Wasser führen. Doch diesmal wurden wir für die letzten Paddelstrecken mehr als entschädigt.
Die Tösener war randvoll. Der Spassfaktor stieg immens.  Die 2 Stellen mit Wildwasser 4 boten riesige Wellen statt tiefen fiesen Löcher und Walzen.
Dank des vielen Wasser hatten auch schon in einer guten halben Stunde die 10 km abgepaddelt. Ein weiteres Schmankerl der Tösener ist, dass man direkt am Campingplatz aussteigen kann und somit direkt seine nassen Klamotten in den Trockenraum hängt und duschen kann.
Samstag: Der Samstag war bis in die letzte Minute durchgetaktet. Gleich morgens fuhr man in das ca. eine knappe Autostunde entfernte Graubündener Inntal. Dort lockten zum Einstieg die Scuoler Strecke. Wildwasser II-III, mit 3 fordernden Stellen.  Sie zeichnet sich durch kaltes klares Gletscherwasser und einer übersichtlichen Flussführung aus. Die schwierigen Stellen kann man alle sehr gut besichtigen. Auch sind nach den schwierigen Stellen immer ruhige Flussabschnitte um Mann und Material an Land ziehen zu können. Für den einen oder anderen ist man hier an seine bisherige Wildwassergrenze gestoßen, und hat sie auch mal überschritten. So war der eine oder andere Schwimmer nicht zu vermeiden. Dennoch erreichten alle den Ausstieg oberhalb des Stausees des EKW Pradella.
Direkt danach ging es für die, die noch nicht genug hatten auf die Strecke der Giarsun. Nach dem Einstieg oberhalb der Ortschaft Lavin plätschert der Inn vor sich hin, bevor sich das Tal verengt und das Wildwasser schneller und verblockter wird. Im Gegensatz zur Scuoler Strecke sind die Durchfahrten nicht immer sofort zu erkennen. Die Felsen sind größer und Walzen tiefer. Manchmal wurde auch über die beste Route beratschlagt, bevor sich jemand opferte um diese zu testen.
Nachdem wir die Autos wieder umgesetzt hatten ging es zurück in Richtung Campingplatz. Aber nur in die Richtung.. Denn man kommt direkt am Einstieg der Tösener vorbei. Also kurz anhalten, Boote vom Dach und direkt aufs Wasser. Aber heute belohnte uns die Tösener leider nicht mehr mit einem Bomben-Wasserstand. Es fehlte locker ein Meter zu dem Pegel vom Vorabend. Aber wie schon auf der Sanna. Wenn man schon mal da ist wird auch gepaddelt!...  Angekommen am Campingplatz wurde erstmal „gekocht“.. Ja die Gänsefüssle sind Absicht. Denn es gab eine 500gr Nudel. Zusammengepappt als homogene Masse. Aber wir sind ja Schwaben. Bei uns sagt man: der Hunger treibt’s nei, und der Geiz behält’s drin.  
Aber nachdem nun ein Klumpen Nudeln meinen Leib so dermaßen beschäftigten, fiel der Plan, abends noch auf die Landecker zu gehen, ins Wasser. Aber mal ganz ehrlich.. 3 Strecken reichten uns dann auch und die Füße dankten es uns, nach einem ganzen Tag in Neoprenschuhen wieder etwas Luft abzubekommen.
Samstag Abend kam dann noch ein weiteres Highlight. Deutschland-Ghana… Der halbe Campingplatz versammelte sich im Stüble des Hauptgebäudes und fieberte für die deutsche Nationalelf. Endstand 2-2… Dies hatte sich der eine oder andere anders vorgestellt.

Zur Auflockerung mal ein paar Bilder nach dem vielen Text ...

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Sonntags ging es dann auf die Heimreise. Aber nicht ohne zu paddeln!.. Was wir Freitags nicht mehr schafften wurde nun nachgeholt. Einstieg Imst – Ausstieg Haiming. Die Imster Schlucht ist eine feste Institution in Paddlerkreisen. Ein breiter Bach mit monströsen Wellen. Der macht Laune. Da vergehen die 12 km fast wie im Flug. Danach rasch umziehen und so schnell es geht sich in den Ferienrückreisestau auf dem Fernpass stellen. Dieser blieb uns, trotz letzter Hoffnungen auch nicht erspart. Ca. 2 Stunden verloren wir so auf der Rückreise. Macht aber nix. Fenster auf und Musik laut. Der guten Laune hat dies dann wenig Abbruch getan nach so einem herrlichen Wochenende.
So freuen wir uns auf eine baldige Wiederholung eines solchen Paddelabenteuers.

Max Weckerle (Wildwasserwart)