Durch das grüne Herz von Holland

13 Mitglieder des Kanuclubs Marbach auf Tour im grünen Herz von Holland
Im Programm natürlich auch die Grachten, zuletzt die von Amsterdam bei Nacht!

Am 30. August machte sich der Kanuclub Marbach mit 13 Mitgliedern auf den Weg in Richtung Holland um das grüne Herz der Niederlande zu entdecken. Auf einem Bauern-Campingplatz in Ouderkerk an der Amstel, ca. 10 km von Amsterdam entfernt, trafen sich unsere Kanufahrer zum Tourstart.

Hier der ausführliche Bericht vom Tourleiter Henno:

Am Sonntag, dem 31., starteten wir bei typischem Niederländischem Wetter (abwechselnd Sonne, Regen, Wind) und paddelten durch die typische holländische Polderlandschaft, abwechselnd Seen, Klappbrücken, Windmühlen, schöne kleine Dörfchen und sehr viele Flüsschen, in Richtung Meije, Nieuwkoop.
Dort wurden wir herzlich willkommen geheißen durch eine sehr freundliche Campingwirtin, die uns später ein richtig leckeres Pastabuffet servierte.
Nach dieser warmen Mahlzeit des ersten Tour-Tags und einem gemütlichen Abend, sind wir so müde in unsere Zelte gefallen, dass wir vom Regen in der Nacht nichts mehr mitbekommen haben.
Als Entschädigung wurden wir am nächsten Morgen durch einen tollen Sonnenaufgang geweckt. Da sind wir natürlich gern schnell in unsere Kajaks gestiegen für eine der längsten Etappen mit dem Ziel Gouda. Bei strahlendem Sonnenschein ging es dann wieder über beeindruckende Flüsse und Kanäle.
Unterwegs wurden wir allerdings durch einige Schleusen aufgehalten, die uns jeweils wieder in eine andere Höhe beförderten, es gab jedoch auch Ausnahmen zum Beispiel in Bodegraven, wo nach Zahlung einer Gebühr das Schleusentor geöffnet wurde und wir aber nicht das Gefühl hatten, tatsächlich einen Höhenunterschied überwunden zu haben.
Wir kamen danach durch Nieuwebrug, einem kleinen Örtchen mit Hollands einziger Mautbrücke. Weiter ging es dann auf der Hollandse Ijssel, einem Flüsschen, das teilweise dem Gezeiteneinfluss unterliegt, sodass wir bei Ebbe-Wasserstand vor das Stadttor von Gouda fahren konnten. Nach Zahlung einer relativen hohen Schleusungsgebühr kamen wir anschließend in der Altstadt von Gouda an, dort gab es ein interessantes Freiluft-Museum. Dort wurden wir auch sehnsüchtig erwartet von einem Brückenwärter, der für uns eine extrem niedrige Brücke öffnete. Nach einer schönen Fahrt durch den Karnemelksloot (Buttermilchkanal) kamen wir bei dem Kanu Verein Goudse peddel an.
Die Nacht war gekennzeichnet durch Regen, aber wieder begrüßte uns die Sonne am Morgen. Schnell und früh aufgestanden, aber natürlich erst nach einem ausgiebigen Frühstück saßen wir wieder in unseren Kajaks. Allerdings mussten wir dann doch etwas auf unseren Schleuser bzw. Brückenwärter warten. Dieser hatte uns dann aber sehr schnell geschleust, sodaß wir wieder zügig durch Gouda paddeln konnten. Jedoch natürlich nicht, ohne noch eine Mini-Grachtentour gemacht zu haben, diese hatte es schon in sich. Bei wunderschönem Wetter sind wir dann nach Alphen a/d Rijn gepaddelt. Diesmal mit sehr viel Schiffsverkehr, am Ende des Tages kamen wir dann bei dem freundlichen Alphense Kajakverein de Goudse Aar an und haben erst mal gestaunt über das tolle Vereinsheim, sehr beneidenswert. Abends haben wir typisch holländische Pfannkuchen (Pannekoeken) gegessen und jeder war erstaunt, wie satt die gemacht hatten. Abends wurde noch bei dem Alphense Kajakverein UNO gespielt und dann fielen wir wieder todmüde in unsere Zelte.
Am nächsten Tag starteten wir wieder zeitig in Richtung Leiden, auf dem extrem breiten Aarkanal sind wir jedoch fast keinem Schiff begegnet. Unterwegs fuhren wir über dicke grüne Wasserlinsen-Teppiche, die wie eine Bremse funktionierten, jedoch eine interessante Paddel-Erfahrung darstellten. Nach einer kurzen Ufer-Rast zwischen grasenden Ziegen fuhren wir weiter nach Leiden und weil wir so früh gestartet waren, konnten wir mit dem Kajak ein Stadtrundfahrt durch Leiden machen. Um uns bewegte sich viel und es war einfach toll durch diese Grachten zu fahren. Irgendwann haben wir es aufgegeben, die Brücken zu zählen. Nach dieser Grachtentour sind wir dann auf dem Campingplatz angekommen, haben schnell die Zelte aufgestellt und uns frisch gemacht, um die Innenstadt von Leiden zu erkunden. Am Abend kamen wir wieder zusammen um einfach begeistert von Leiden zu erzählen.
Am nächsten Morgen war wieder früh aufstehen angesagt, es stand die längste Strecke an, ca. 37 Km auf stillstehendem Gewässer, aber bei schönem Wetter. Schnell haben wir noch einen Abstecher durch Leiden gemacht, was keiner bereut hat. Nach einer kurzen Pause an einer echten holländischen Windmühle fuhren wir in Richtung Nordsee und ca. 3 km vor der Küste bogen wir rechts ab Richtung Haarlem auf dem Leidse Trekvaart, der fast gerade an der Küste entlang läuft. Abwechslung hatten wir durch die Landschaften, mal hatten wir Kühe auf den Wiesen, mal blühende Landschaften und immer wieder kleine Waldstücke. Nach ca. 15 km warteten meine  Eltern mit einer reichlichen Mittagspause (Kaffee Tee, Gebäck) auf uns.
Nach dem wir uns ein bisschen erholt hatten, mussten wir noch die letzten 15 km absolvieren, so kamen wir gegen 16:00 Uhr bei dem Haarlemmse Kanoverein an. Und wurden hier schon von Simon und Jürgen erwartet, die voraus gefahren waren. Nach einem erfrischenden Sprung in die kühle Spaarne und anschließender Dusche, sind wir alle nach Haarlem gegangen, um die schöne alte Stadt zu besuchen, mit seiner überragenden großen Kirche.
Der Abend klang gemütlich bei angenehm milden Temperaturen aus. Am nächste Morgen waren wir mal langsamer, da die letzte Etappe anstand, mit nur 25 km, Richtung Amsterdam. Durch Haarlem, entlang der großen Kirche fuhren wir über mehrere Kanäle mit übel riechenden Blaualgen. Wir kamen an der Einflugschneise des Amsterdamer Flughafens vorbei und wissen daher jetzt, wie es ist, wenn ein Jumbojet über uns fliegt. Kurz danach sind wir an der Schleuse von Amsterdam angekommen, die uns auf ein niedrigeren Pegel geschleust hat.
Bald darauf kamen bei unserem Ziel, dem Amsterdamer Kanoverein Sloterplas an, der auf einer Insel in Amsterdam liegt und von vielen Hochhäuser umgeben ist, eine tolle Lage. Wir waren jedoch nicht die einzigen Paddler dort, da am  nächsten Abend die Grachtentour bei Nacht anstand. Am nächsten Morgen sind wir dann mal ohne Kajak, sondern mit Bus und Bahn in Richtung Innenstadt gefahren und haben die Innenstadt „unsicher gemacht“, die Grachten von oben angeschaut und sind dabei an Hashshops, Blumenmärkten und vielen, vielen anderen schönen Sehenswürdigkeiten vorbei gekommen.
Abends fing für uns um 20:00 Uhr die Grachtentour an, begleitet wurden wir von einigen Mitgliedern des Kanovereins Sloterplas durch die Grachten, und als es langsam dunkel wurde, leuchteten unsere Lichter auf den Kajaks und so fuhren wir durch die Kanäle von Amsterdam, oft unter jubelnder Begeisterung der Zuschauer und unter teilweisem Blitzlichtgewitter von ihren Fotokameras. Gegen 24:00 Uhr fuhren wir unter der berühmten mageren Brücke durch und legten um 01:30 Uhr wieder bei dem Kanoverein an. Man kann sagen es war ein anstrengender, aber schöner Abschluss unserer Tour durch das grüne Herz von Holland.

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