Polentour 2019

Marbacher Kanu-Club auf Tour in Ostpolen!  8 Vereinsmitglieder waren dabei.

Wieder nahmen 8 Vereinsmitglieder die 1300 Straßenkilometer lange Anreise in 2 Tagesetappen mit 3 Fahrzeugen und einem Bootsanhänger zur großen Tour nach Ostpolen nahe der Weißrussischen und Litauischen Grenze dafür Inkauf. Diese 8-Gruppe kennt sich schon seit Jahren und hat eine starke Eigendynamik.

Hier nun der Bericht von unserem Klubmitglied Angelika Schröder:
 
Fast ein ganzes Jahr hatte unser Wanderwart Helmut zusammen mit Vereinskamerad und Mitpaddler Robert diese sehr abwechslungsreiche Tour geplant unter Zuhilfenahme von umfangreichem Kartenmaterial und stundenlanger Google-Earth-Recherche. Leider konnte er und seine Ehefrau Barbara nicht persönlich an der Tour teilnehmen, doch wurden sie dank der modernen Kommunikationsmöglichkeiten stets auf dem Laufenden gehalten.
Ein ungewohnter Anblick auf der Hinreise für uns deutsche Autobahn-Fahrer war die Tatsache, das entlang der gesamten Strecke der polnischen Autobahn, die wir befuhren, ein beidseits durchgängiger Zaun Wildunfälle vermeiden hilft. Ein ungewohnter Anblick für die polnische Polizei waren aber anscheinend wir, sodaß wir mit unseren Fahrzeugen ca. 12 Km vor dem ersten Einstiegsstartpunkt überprüft wurden. Da aber alle Personal- und Fahrzeugpapiere in gültiger Form vorhanden waren, konnte sofort weitergefahren werden und bereits ein PKW für das Ende der ersten Etappe geparkt werden, um danach die anderen Fahrzeuge und Anhänger umzusetzen.
Am Einstiegspunkt angekommen, mußte alles, was auf dieser reinen Gepäckfahrt ohne Begleitfahrzeug benötigt wurde, in die Kajaks gepackt werden: Zelt, Schlafsack, Stühle, Kleidung, Kochutensilien, Lebensmittel etc., was keinen Platz fand, konnte nicht mit.

Unsere Reise führte durch den Biebrza Nationalpark und den Wigry Nationalpark.
Für Biebrza haben wird die Gastlichkeit des Familienunternehmens Biebrza24 in Sztabin in Anspruch genommen (Übernachtung, Bootstransporte, Beratung). Die alleswissende Frau heißt Jadwiga Siebiedzinska.
Unser Stützpunkt für Wigry See und Czarna Hancza war in Stary Folwark. Dort waren wir Gäste im Camping- und Gasthaus Lukowy Kat, geführt von Bogdan Lukowski. Auch hier wurden alle am Telefon formlos vereinbarte Leistungen anstandslos erbracht - Übernachtungen in Zweibettzimmer (mit Warmwasser!), der Abholservice pünktlich auf die Minute und ein immer netter Bogdan Lukowski, der uns bei der Planung und Durchführung weiterer Touren in Ostpolen, Litauen und Estland in den kommenden Jahren beraten und helfen wird.
Für das sinnvollerweise langsame und ruhige Durchpaddeln der Parks benötigte man "Permits". Jeder PLN hat sich gelohnt, denn es gab viel zu sehen.
Täglich begleiteten uns Störche, die lt. Tierschutzbund sogar gefährdet sind, sowie Rohrdommel und andere Liedersinger, Schwäne hingegen gab es erstaunlich wenige. Verschiedenste Flora und Fauna an den Naturbächen luden zum Verweilen und Fotografieren ein. Durch das anfängliche Schilf wurden sogar die Pausen sportlich und die 220 vermuteten Elche waren auch nicht zu sehen, für den dortigen Torfboden waren diese Tiere vermutlich zu schwer. Aufgrund der großen Hitze wurde auch sehr gerne während der Pausen ein erfrischendes Bad genommen. Gelegentlich wurde auch ein abendliches Lagerfeuer gemacht und der Tag fand seinen Ausklang. Das Ausbooten an manchen Übernachtungsplätzen gestaltete sich nicht so einfach, da "theoretisch" ein Ausstieg vorhanden sein sollte - doch "praktisch" keiner da war. Einmal mussten die Zelte sogar versetzt werden, da sie sich anscheinend auf einem archäologischen Platz befanden. Kein Hinweisschild wies darauf hin, wohl aber ein besorgter Bürger.
Abwechslung kam auf, nachdem es abends ein heftiges Unwetter gab. Am nächsten Morgen fanden sich verschiedene frische Hindernisse auf dem Bach, sodaß sogar ausgestiegen werden musste, um die Kajaks über Baumstämme zu schieben.
Für die Nutzung der Schleusen im Augustow-Kanal wurden Gebühren verlangt, um das Holz an den Schleusen ca alle 15 J. zu erneuern zu können. Diese Gebühren wurden gerne bezahlt, u.a. auch, da sie von Hand betrieben wurden und die Benutzung der Gruppe ein mühevolles Bootumsetzen ersparte.
Natürlich wurde auch die berühmte Basilika in Augustow angeschaut und etliche andere kulturelle Sehenswürdigkeiten an Land besichtigt.

Insgesamt paddelten wir 470 Flußkilometer, (ergänzt durch eine zusätzliche Stocherkahn-Ausfahrt), auf der sehr kurvenreichen und schmalen Biebrza, dem breiteren Narew, der wunderschönen Czarna Hancza, wobei wir uns dort wie auf einem wunderschönen Aquarium schwimmend vorkamen, dem Augustow-Kanal (erbaut 1823!) und der Nette. Manche Zufahrten mussten präzise angesteuert werden, was nur durch 2 mitgeführte GPS-Geräte machbar war.
Für die Mehrzahl der Gruppenteilnehmer war es der lang ersehnte Jahresurlaub, der es ihnen möglich machte, weg von den alltäglichen Belastungen und dem zivilisatorischem Lärm für 24 Tage raus in die absolut ruhige Natur zu kommen, was sicherlich noch lange nachklingt ...
Nach 2 Tagen Heimreise waren alle wieder gesund zuhause angekommen.
Der Dank der Gruppe gilt im Besonderen Helmut und Robert für die vielen Tage der Ausarbeitung!

Text und Bilder:
Angelika Schröder  Kanu-Club Marbach e.V.

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